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Einmotten

 

Der Sommer ist vorbei und damit für viele Ultraleichten auch die Flugsaison. Es ist Zeit, das Fluggerät winterfest zu machen.

Fallschirm packen lassen

Ehe das UL im Herbst abgebaut und eingemottet wird solltest Du nachsehen, ob und wann Dein Fallschirm zum Packen oder zur Nachprüfung fällig ist. Eventuell läßt sich das in den Wintermonaten durchführen. In dieser Zeit haben die Hersteller mehr Luft als zu Beginn der Flugsaison. Du verlierst zu dieser Jahreszeit auch nicht ein traumhaftes Wochenende, wenn das Rettungssystem ein paar Tage länger als geplant bei der Wartung hängenbleibt.

Falls Du ein herkömmliches Rettungssystem ohne Raketenauslösung hast, kannst Du jetzt ausprobieren, ob Dich der Notschirm bei Not wirklich beschirmt hätte. Setz Dich (bitte bei Windstille und nicht direkt neben einem brennenden Kartoffelfeuer) in Dein UL und aktiviere das Rettungsgerät. Wird der Hilfsschirm mittels der eingebauten Feder ganz unspektakulär aus dem Container gedrückt, so hättest Du im Fall der Fälle eine gute Chance zum Weiterleben gehabt. Verklemmt sich beim Aktivieren die Auslöseleine, öffnet sich der Container nicht oder bleibt der Hilfsschirm trotz der Feder im Container, so ist die Auslösung in die Hose gegangen. Was das im Ernstfall bedeutet kannst Du Dir selber ausmalen.

Zelle und Fläche

Wenn Du eine segelbespannte Tragfläche in abgebautem Zustand ins Winterlager schickst, muß sie strohtrocken in den Packsack kommen. Stockflecken sind eine häßliche Sache. Sie entstehen am Segel bei Lagerung in feuchtem Zustand. Je feuchter und je länger die Lagerung, desto größer sind die Stockflecken. Für die Überwinterung muß das Tuch deshalb knochentrocken sein.

Auch jedes Aluminiumgestänge will es trocken. Bei aufgebauter Fläche wird Kondenswasser durch Luftzirkulation weitgehend vermieden. In einer feucht eingepackten Fläche knabbert die Oxydation den ganzen Winter an den Alurohren. Diese bestehen bei unseren UL’s aus sehr festen Legierungen (normalerweise AlZn-Legierungen, ca. 520 N/mm²), aber gerade diese Legierungen sind sehr korrosionsanfällig. Die attraktive Eloxalschicht nutzt gar nichts. Sie ist nur außen auf den Rohren. Von innen her wird das Material hinterrücks angefressen.

Unter den diversen getrockneten Erdklumpen leiden Lack, Stahl, Aluminium und alle übrigen Materialien. Du solltest deshalb Dein UL vor dem Einmotten reinigen. Bei Dreiachsern mit großen Lackflächen ist – genauso wie bei jedem Autolack – dieses Reinigen nur mit dem Einsatz von viel Wasser zweckmäßig. Jedes trockene Herumwischen gibt winzige Kratzer, die den Lack "blind" machen.

Mit einem ölgetränkten Tuch lassen sich beim Saubermachen an Metallteilen wahre Wunder erzielen. Aber Vorsicht bei bespannten Tragflächen. Öl wirkt auf Segeltuch wie Tinte auf Löschpapier. Ein Tropfen Öl auf dem Segel ergibt einen handtellergroßen Ölfleck. Der Ölfleck ist auch ebenso langlebig wie der Tintenfleck auf dem Löschpapier, aber der Preisunterschied zwischen Löschpapier und einem Trikesegel ist beeindruckend.

Das Triebwerk

Die Beschreibung bezieht sich weitgehend auf das Triebwerk Rotax 582. Du wirst sehen, die meisten Verrichtungen sind ganz simpel. Du brauchst

Als erstes ist das Frostschutzmittel im Kühlwasser zu prüfen. Mit einem Frostschutzprüfer (erhältlich beim Kfz-Zubehörhandel) läßt sich mühelos über den Kühlerdeckel etwas Kühlwasser entnehmen, eine Skala zeigt die Frostsicherheit. Das Kühlwasser sollte bis zu Temperaturen von mindestens minus 20 °C frostfest sein.

Ist die im Frostschutzprüfer angezeigte Temperatur höher, mußt Du Kühlwasser ablassen und Frostschutzmittel auffüllen. Danach solltest Du den Motor kurz laufen lassen, sonst ist das Frostschutzmittel unvermischt im Kühler und die Zylinder werden vom Eis gesprengt.

In den Wintermonaten nagt an Deinem Triebwerk monatelang Rost und Korrosion. Das ist ein viel schlimmerer Verschleiß als die Abnützung bei Höchstleistung. Besonders im Kurbelgehäuse von Zweitaktern bilden Treibstoffrückstände und kondensierende Luftfeuchtigkeit eine bösartige Mischung. Das Mindeste, was Du gegen diese Mixtur tun mußt, ist ein Durchdrehen des Motors über die Luftschraube etwa alle 4 Wochen.

Rotax empfiehlt für Zweitakter in einer Service-Information (11UL96) weitergehende Vorkehrungen. Sinngemäß schreiben die Motorenbauer

Die Sache mit dem Konservierungsöl hat einen gemeinen Haken. Du brauchst höchstens 100 Kubikzentimeter. Die Mindestabnahmemenge bei Mineralölfirmen liegt aber bei 20 Liter, das reicht für die Winterkonservierung der nächsten 200 Jahre. Um hier abzuhelfen haben wir das Öl in unser Zubehörprogramm aufgenommen und vertreiben es in 1-Liter Gebinden. Die entsprechende Seite findest Du hier.

Viertakter sind gegenüber der winterlichen Korrosionsorgie viel unempfindlicher als Zweitakter. Die Kurbelwelle schwimmt ohnehin im Öl und die paar Kubikmillimeter Verbrennungsrückstände, die sich an dem Kolbenringen vorbei ins Kurbelgehäuse geschlichen haben, werden vom Motoröl gewaltig verdünnt. Ein paar Tropfen Konservierungsöl in jedem Zylinder schaden trotzdem nicht. Genau wie beim Zweitakter wird das Konservierungsöl über die Zündkerzenbohrung eingefüllt, anschließend ist auch hier die Kurbelwelle etwa 2 bis 3 Umdrehungen durchzudrehen.

Die weiteren Rotax-Anweisungen für’s Konservieren von Zweitaktern lassen sich sinngemäß auch für die Viertakter anwenden.

Das Ausleeren des Tanks macht zuweilen viel Mühe. Wenn Du Dir diese Arbeit sparst solltest Du die Maschine volltanken. Im vollen Tank hat keine Luft Platz und wo keine Luft ist kann sich keine Luftfeuchtigkeit in Form von Kondenswasser niederschlagen. Auf jeden Fall sollte der Brandhahn zu sein und der Vergaser entleert werden.

Die Anlasserbatterie überwintert besser in einem trockenen warmen Heizungskeller als im kalten feuchten Hangar. Wenn sonst irgendwo im UL eine Batterie eingebaut ist (GPS, Funk, Uhr, elektrische Auslösung der Rettungssystemrakete usw.) sollte auch sie ausgebaut werden. Eine ausgelaufene Batterie für 3,50 DM zerstört mühelos und locker ein nagelneues Funkgerät für 1.200 DM.

Wenn Du jetzt noch aufpaßt, daß das UL im Hangar möglichst nicht im Weg steht, hast Du perfekt für die Winterpause vorgesorgt.

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