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Hochwasser,
ENDURO-Treffen
und ein Weltrekord

Veröffentlicht 1999 in Flügel der Welt

Bernd Schmidtler berichtet über das ENDURO-Treffen '99 in Griesau.

Es ist doch jedes Jahr das Gleiche

Da warten im Winter die UL-Piloten monatelang auf vernünftiges Wetter. Endlich wird es wärmer. Ostern – na ja, die Familie sieht es nicht so gerne, wenn die Ostereier am Flugplatz gesucht werden und es ist sowieso noch recht schattig. Aber dann kommt Christi Himmelfahrt. Mit einem Tag Urlaub lassen sich 4 Traum-Flugtage verwirklichen.

Wir haben unser Enduro-Treffen auf diesen Termin gelegt. Horst Kny bereitet jedes Jahr mit bewundernswertem Einsatz den Sachsen-Marathon vor. Hunderte von UL-Piloten versuchen, an Himmelfahrt die untersten 1000 Meter mitzu"fahren".

Die Klosterkirche Weltenburg am Donaudurchbruch
wurde völlig überflutet

Aber offensichtlich hat der himmlische Oberbefehlshaber seinen Wettermacher Petrus angewiesen, solche Mitreisenden abzuwimmeln. Zu Himmelfahrt regnet es, es ist saukalt oder Gewitter entladen sich. Mich würde zu dem Termin sogar ein Schneesturm nicht mehr wundern.

Nur die Wetterfrösche freuen sich. Himmelfahrt ist der Termin, an dem ihre Prognosen immer stimmen. Sie brauchen nur die Worte Tiefdruck – Frontensystem – Regenfälle - Schlechtwetterperiode täglich neu zu mischen.

In diesem Jahr war es besonders schlimm. Der Regen erreichte in Südbayern eine solche Intensität, daß die Folgen als Jahrhunderthochwasser in die Annalen eingehen. Am Flugplatz Griesau nahe der Donau hatte bereits eine erweiterte Platzrunde den Beigeschmack von Katastrophentourismus.

Dennoch fanden sich etwa ein Dutzend ENDUROS ein. Einige Piloten sind jedem Wetterunbill zum Trotz sogar auf dem Luftweg angereist. Am Platz wurden kurze Pausen zwischen den Regenschauern zu Notlandeübungen genutzt. Die obligatorische Grillparty mußte ins Flugplatzlokal verlegt werden, einige Videos aus den Anfangszeiten der UL-Fliegerei fanden begeisterte Zuschauer. Ansonsten wurde viel geschraubt, Fallschirme waren zu packen, jede Menge Jahresnachprüfungen waren durchzuführen und alle schimpften aufs Wetter.

Der einzige halbwegs brauchbare Tag war der Sonntag. Wir nutzten die Zeit zu einem Ausflug nach Weiden. In der Luft war es allerdings so grauslich kalt, daß bei meinem Funk das LCD-Display ausgestiegen ist. Das kannte ich bisher nur von Flügen im Hochgebirge. Der heizbare Anzug lag natürlich im Auto (so etwas ist doch im Mai auf 3000 Fuß unnötig - hab ich gedacht).

Robert Mair und Werner von Zeppelin
haben gut Lachen - sie holten sich im
ersten Anlauf den Weltrekord zurück

Auch Robert Mair und Werner von Zeppelin sind an diesem Tag gestartet. Die beiden gaben sich allerdings nicht mit einem Flug nach Weiden zufrieden.

Der von Robert 1996 aufgestellte Weltrekord "Geschwindigkeit für doppelsitzige Trikes im 500-km-FAI-Dreieck" war im vergangenen Herbst in Ungarn unterboten worden. Robert und Werner holten sich am Sonntag den Weltrekord zurück. Wie sie trotz der Kälte die mehr als 5 Stunden in der Luft durchgestanden haben ist bewundernswert.

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