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ENDURO mit Boxermotor?

Ins Netz gestellt am 25. Oktober 2001

 

Wir fliegen seit einigen Monaten mit einem Prototypen ENDURO - Kiss 450B - 1150er-Triebwerk. Nicht nur über Internet und Telefon, sondern auch auf allen Flugplätzen, auf denen wir landen, werden wir nach Einzelheiten zu dem Triebwerk gelöchert. Nachstehend deshalb die Antworten auf die meistgestellten Fragen zu diesem Prototypen:

Nein, wir haben keinerlei Probleme mit zu hoher Temperatur – ganz im Gegenteil. Bei den ersten Flügen war das Triebwerk mit einer Öltemperatur von nur 60 – 80° C zu kalt. Inzwischen ist im Ölkreislauf ein Thermostat, jetzt liegt die Öltemperatur im grünen Bereich.

Ja, wir wissen, dass viele solche Triebwerke in UL’s thermische Probleme haben. Wir wissen sogar warum. Schließlich sitzen wir nur rund 2 Kilometer neben der Zentrale des Herstellers dieses Triebwerkes und eine ganze Reihe unserer Schüler und Kunden arbeiten dort.

Nein, das ENDURO mit dem neuen Triebwerk ist bisher nicht lieferbar. Es ist ein Prototyp, mit dem wir zur Zeit Versuchsflüge machen. In Serie geht das Trike, wenn sich die Erwartungen, die wir mit dem Motor verbinden, erfüllen - und erst dann, wenn das Ding in allen Details fertig und ausgiebig erprobt ist.

Nein, wir haben noch keinerlei Preisvorstellung für das Gerät. Zuerst kommt die Konstruktion, erst dann gibt es eine Kalkulation.

Ja, der Treibstoffverbrauch ist wesentlich günstiger als beim 582er. Die Verbrauchswerte beim Streckenfliegen liegen bei knapp 8 Liter pro Stunde (Trimmspeed ca. 85 km/h, einsitzig, volle Ausrüstung wie Zelt, 60 Liter-Tank etc.).

Nein, wir haben kein spezielles Getriebe, sondern in dem Prototyp das normale Rotax-C-Getriebe. Probleme gab es bisher nur an der Kegelverbindung zwischen Motor und Getriebe. An dieser Stelle hat offensichtlich auch Rotax Ärger, denn sie verkleben den Konus (?!). Wir haben uns etwas besseres einfallen lassen. Wir sind mit dem Getriebe aber nicht besonders zufrieden, denn es läuft in dem neuen Triebwerk genauso unkultiviert wie am Rotax.

Warum wir mit dem Motor experimentieren? Nein, nicht der Spritverbrauch ist der Grund. Mit einem Verbrauchsvorteil von rund 5 Liter ist der Spareffekt gegenüber den Mehrpreis des Triebwerkes doch recht bescheiden. Auch die Leistung ist nicht entscheidend, wer mit dem 582er nicht über den Großglockner kommt wird es vermutlich auch mit einer zweistufigen Interkontinentalrakete nicht schaffen.

Der Hauptgrund liegt bei Rotax. Seit Jahren tut der 582er als braves Arbeitspferd seinen Dienst, aber, obwohl längst überfällig, wird er nicht weiterentwickelt. Ein Triebwerk ohne verstellbaren Zündzeitpunkt, mit dem Leerlauf eines Traktors und einer Betriebszeit von nur 300 Stunden bis zur Grundüberholung ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade der letzte Stand der Technik. Anscheinend will Rotax mit dieser Politik den Einbau des 912er und 914er ankurbeln. Aber auch bei den Viertaktern kann Rotax kaum mit in Großserien gebauten Motorradtriebwerken mithalten, Stichwort Direkteinspritzung, elektronisches Motormangement, Verbrauchsoptimierung. Nur in einem Punkt sind die Rotax-Viertakter ganz weit oben, nämlich beim Preis.

Trotzdem, der 582er hat sich seit Jahren bewährt. Erst wenn wir davon überzeugt sind, daß das neue Triebwerkt o.K. ist, werden wir den Motor als Alternative für unser Trike anbieten.

Den Namen des Motorenherstellers werden wir (auf Wunsch dieses Herstellers) nicht nennen. 

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